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Italien

Italien ist mit seinen 800.000 Hektar Rebfläche und einer Jahresproduktion von etwa 60 Mio. Hektolitern Wein noch vor Frankreich und Spanien der größte Produzent der Welt, und wahrscheinlich auch das Land mit dem vielfältigsten Angebot an unterschiedlichsten Weinsorten. Wein ist für dieses Land nicht nur ein Getränk , sondern integraler Bestandteil von Kultur und Lokalkolorit. In jeder der italienischen Regionen ist vitis vinifera heimisch, von Südtirol mitten in den Alpen gelegen, bis zur kleinen Insel Pantelleria weit im Süden vor der sizilianischen Küste. Die Ursprünge des italienischen Weinbaus liegen eigentlich in Griechenland. Ab etwa 1600 vor Christus wurden Reben im Mittelmeerraum systematisch kultiviert. Griechische Kolonisten brachten wahrscheinlich vor 500 vor Christus ihr Wissen um die Weinbereitung und ihre Rebsorten mit in ihre Kolonien auf Sizilien und in Süditalien. Noch heute lassen die Namen einiger Weine in Süditalien griechischen Ursprung vermuten, zum Beispiel der Greco di Tufo. Die Römer sorgten dann für die Verbreitung über die ganze Halbinsel und noch weit darüber hinaus. Hochgelobt und besungen war zu ihrer Zeit der weiße Falerner der nördlich von Neapel angebaut wurde. Bereits die Römer unterschieden nach Rebsorten, so viele wie Sand am Meer waren es laut Vergil, und begannen mit verschiedenen Erziehungsformen und Lagerungsmöglichkeiten zu experimentieren. 

Mit dem Niedergang des Römischen Reiches und in den darauffolgenden Wirren erging es auch dem Weinbau in Italien nicht mehr sonderlich gut. Doch die Klöster bewahrten das Wissen um den Weinanbau und bemühten sich um Verbesserungen der Rebanlagen und der Kellertechnik. Immerhin benötigten sie den Wein für Messfeiern und Zeremonien, und auch sonst haben sie diesem Getränk anscheinend gerne zugesprochen. Mit der Renaissance kam auch eine solche für den Wein. Große und berühmte Weinhäuser wie Antinori und Frescobaldi haben in dieser Zeit ihren Ursprung. Im 16. Jahrhundert erreichte die Rebfläche ihre größte Ausdehnung und der pro Kopf Konsum stieg bis auf 200 Liter. Dieses goldene Zeitalter währte leider nicht lange und schon bald zerstörten Kriege und Krankheiten weite Teile der Anbaugebiete, eine Abkühlung des Klimas sorgte für eine weitere Einschränkung. Mitte des 19 Jahrhunderts tauchte der echte Mehltau in Frankreich auf und vernichtete ganze Ernten. 

Nur 15 bis 20 Jahre später wurde die Reblaus aus Amerika eingeschleppt. Es war eine Katastrophe für den gesamten europäischen Weinbau. Erst 1910 konnte ein Gegenmittel gefunden werden, aber da waren bereits unzählige europäische Rebsorten für immer verschwunden. Die erste Hälfte des 20 Jahrhunderts ließ in Italien keinen Raum für qualitative Entwicklungen im Agrarsektor. Die Not war groß und gefragt waren Mengen, nicht Qualität. Erst seit den 60er Jahren kann man von Verbesserungen im italienischen Weinbau sprechen, zuerst allerdings nur von wenigen Winzern die über die Grenze nach Frankreich schauten. Erst 1963 wurde Anbau, Erzeugung und Vermarktung von Weinen aus bestimmten Gebieten gesetzlich geregelt um den Konsumenten eine gewisse Sicherheit zu geben und die schlimmsten Auswüchse der Massenproduktion zu korrigieren. Seit Anfang der 90er kann man in Italien zum Glück von einem geradezu sprunghaft ansteigendem Qualitätsbewußtsein der Winzer sprechen. Sei es durch verbesserte Kellertechnik, durch gründliche Arbeit im Weinberg verbunden mit niedrigeren Erträgen, sei es durch eine junge Generation von gut ausgebildeten Winzern und Önologen , oder einfach durch den Druck der Märkte: Weine aus Italien sind wieder dort wo sie hingehören, bei den Besten. Trinken sie also mit Genuß einen edlen Tropfen aus Bella Italia und bedenken Sie: Sie trinken nicht bloß ein Glas Wein, sondern in jedem Tropfen steckt etwas von einer Jahrtausende alten Geschichte und Kultur. 

Italien ist mit seinen 800.000 Hektar Rebfläche und einer Jahresproduktion von etwa 60 Mio. Hektolitern Wein noch vor Frankreich und Spanien der größte Produzent der Welt, und wahrscheinlich auch... mehr erfahren »
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Italien

Italien ist mit seinen 800.000 Hektar Rebfläche und einer Jahresproduktion von etwa 60 Mio. Hektolitern Wein noch vor Frankreich und Spanien der größte Produzent der Welt, und wahrscheinlich auch das Land mit dem vielfältigsten Angebot an unterschiedlichsten Weinsorten. Wein ist für dieses Land nicht nur ein Getränk , sondern integraler Bestandteil von Kultur und Lokalkolorit. In jeder der italienischen Regionen ist vitis vinifera heimisch, von Südtirol mitten in den Alpen gelegen, bis zur kleinen Insel Pantelleria weit im Süden vor der sizilianischen Küste. Die Ursprünge des italienischen Weinbaus liegen eigentlich in Griechenland. Ab etwa 1600 vor Christus wurden Reben im Mittelmeerraum systematisch kultiviert. Griechische Kolonisten brachten wahrscheinlich vor 500 vor Christus ihr Wissen um die Weinbereitung und ihre Rebsorten mit in ihre Kolonien auf Sizilien und in Süditalien. Noch heute lassen die Namen einiger Weine in Süditalien griechischen Ursprung vermuten, zum Beispiel der Greco di Tufo. Die Römer sorgten dann für die Verbreitung über die ganze Halbinsel und noch weit darüber hinaus. Hochgelobt und besungen war zu ihrer Zeit der weiße Falerner der nördlich von Neapel angebaut wurde. Bereits die Römer unterschieden nach Rebsorten, so viele wie Sand am Meer waren es laut Vergil, und begannen mit verschiedenen Erziehungsformen und Lagerungsmöglichkeiten zu experimentieren. 

Mit dem Niedergang des Römischen Reiches und in den darauffolgenden Wirren erging es auch dem Weinbau in Italien nicht mehr sonderlich gut. Doch die Klöster bewahrten das Wissen um den Weinanbau und bemühten sich um Verbesserungen der Rebanlagen und der Kellertechnik. Immerhin benötigten sie den Wein für Messfeiern und Zeremonien, und auch sonst haben sie diesem Getränk anscheinend gerne zugesprochen. Mit der Renaissance kam auch eine solche für den Wein. Große und berühmte Weinhäuser wie Antinori und Frescobaldi haben in dieser Zeit ihren Ursprung. Im 16. Jahrhundert erreichte die Rebfläche ihre größte Ausdehnung und der pro Kopf Konsum stieg bis auf 200 Liter. Dieses goldene Zeitalter währte leider nicht lange und schon bald zerstörten Kriege und Krankheiten weite Teile der Anbaugebiete, eine Abkühlung des Klimas sorgte für eine weitere Einschränkung. Mitte des 19 Jahrhunderts tauchte der echte Mehltau in Frankreich auf und vernichtete ganze Ernten. 

Nur 15 bis 20 Jahre später wurde die Reblaus aus Amerika eingeschleppt. Es war eine Katastrophe für den gesamten europäischen Weinbau. Erst 1910 konnte ein Gegenmittel gefunden werden, aber da waren bereits unzählige europäische Rebsorten für immer verschwunden. Die erste Hälfte des 20 Jahrhunderts ließ in Italien keinen Raum für qualitative Entwicklungen im Agrarsektor. Die Not war groß und gefragt waren Mengen, nicht Qualität. Erst seit den 60er Jahren kann man von Verbesserungen im italienischen Weinbau sprechen, zuerst allerdings nur von wenigen Winzern die über die Grenze nach Frankreich schauten. Erst 1963 wurde Anbau, Erzeugung und Vermarktung von Weinen aus bestimmten Gebieten gesetzlich geregelt um den Konsumenten eine gewisse Sicherheit zu geben und die schlimmsten Auswüchse der Massenproduktion zu korrigieren. Seit Anfang der 90er kann man in Italien zum Glück von einem geradezu sprunghaft ansteigendem Qualitätsbewußtsein der Winzer sprechen. Sei es durch verbesserte Kellertechnik, durch gründliche Arbeit im Weinberg verbunden mit niedrigeren Erträgen, sei es durch eine junge Generation von gut ausgebildeten Winzern und Önologen , oder einfach durch den Druck der Märkte: Weine aus Italien sind wieder dort wo sie hingehören, bei den Besten. Trinken sie also mit Genuß einen edlen Tropfen aus Bella Italia und bedenken Sie: Sie trinken nicht bloß ein Glas Wein, sondern in jedem Tropfen steckt etwas von einer Jahrtausende alten Geschichte und Kultur. 

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